Archiv fü Juni, 2008

Feu/ier zur Sonnenwende…

Guten Morgen, Ihr Almmenschen und solche die gerne welche wären!

Vor einer Woche war bei mir Almauftrieb, und langsam kommt man wieder in den Rhythmus, den die Alm erwartet. Der Körper ist nicht mehr so überfordert von der Höhenluft, der ungewohnten ganzkörperlichen Arbeit, und das Aufstehen in der Früh fällt leichter.

Das gar nicht mehr so kleine Kälbchen Rosa, das bei uns auf die Welt gekommen ist

Auch, weil wir seit zwei Tagen endlich den Sommer hier haben. Klein-Rosa (die inzwischen gar nicht mehr so klein ist, siehe Foto) wird langsam wieder zutraulich und die Herde beginnt bereits unten auf der ersten Weide unruhig zu werden, weil das Futter schlechter wird. Zeit für einen Wechsel am Wochenende. Apropos: Morgen, Sonntag, ist hier in Rattendorf Sonnwendfeuer. Da pilgert dann die gesamte Jugend zu mir auf die Alm und es wird bei „Frigga“ (Almhandbuchleser wissen natürlich, was das ist) und Bier (bzw. Limo) gefeiert. Das gesamte Gailtal weist dann circa zwei Dutzend zwei Dutzend Leuchtfeuer auf den Bergen auf und das ist ein toller Anblick in der Nacht. Ach ja: Sisi und Franz (unsere beiden Schweinchen für heuer) sind auch schon eingetroffen. Sie gewöhnen sich gerade im Stall an ihr neues Zuhause, Fotos und die feierliche Almschwein-Glockenverleihung folgen später…

Pfiat Euch!
Euer „Almöhi“

Alte Bekannte und neue Butterhirsche

Uff, das war jetzt ein kleiner Kraftakt auf meiner Almhütte das Internet zum Laufen zu bringen. Daher auch jetzt erst ein kleiner Zwischenbericht.

Wir, meine Freundin und ich, haben vor drei Tagen die heurige Jungtier-Herde übernommen. 82 Stück sind es: Werdende Mütter und „Kalbinnen“. Viele kenne ich (und kennen mich) vom Vorjahr. Dementsprechend leicht ist es mit ihrer Vorbildwirkung den anderen klar zu machen, dass ich nichts Böses im Schilde führe. Denn jetzt geht es darum, allen 82 Stück möglichst schnell und intensiv beizubringen, dass sie zu mir kommen sollen, wenn ich rufe. Wenn das alle kapieren, bis es in zwei Wochen oben ins offene Gelände geht, dann ist der Sommer quasi eine „g´mahte Wiesn“.

Das mit dem Internet ist so mühsam, weil wir ja nur ein kleines Solarpanel haben, das eine 12-Volt-Batterie speist (an die ich mich via Zigarettenanzünderkabel mit dem Faltcomputer anhänge), aber wenn ständig Nebel und Nieselregen ist, dann nützt die ganze Trickserei nichts.

Gestern bin ich extra wegen dem Österreich-Deutschland-Match hinunter ins Tal zu meinen Bauern gefahren. Bei aller Freundschaft: Ballacks Freistoß war gewaltig, aber ansonsten hatte ich nicht das Gefühl, dass wir Österreicher das unbedingt hätten verlieren müssen. Aber gut, grundsätzlich war mit dem Abflug zu rechnen. – Dafür haben wir die höheren Berg - und so tolle Wörter wie “Butterhirsch” für “Kuh”. Den kannte ich selbst bis gestern noch nicht, hat mir ein Bauer mit auf den mitternächtlichen Heimweg gegeben: “So, Hirte, jetzt ab zurück zu Deinen Butterhirschen auf die Alm…”

:-)

Jetzt geht’s loooos!!!

Hallo, Ihr Almophilen!

Eigentlich wollte ich ja mit meinem ersten echten Blog warten, bis wir wirklich auf der Alm sind, aber dafür hab ich jetzt einfach schon zu viele liebe Kommentare auf das Buch bekommen. Es ist wirklich verdammt schön zu sehen, dass das ankommt, was ich mir da in den stillen Minuten zwischen meinen Rindviechern ausgedacht habe. Es macht mir jedes Mal riesig Freude (abgesehen davon, dass es motiviert). Und dass mit Klaus auch ein Mann vom Fach (Ferkelzüchter) etwas mit dem Text anfangen kann, erleichtert mich ungemein. Liebe Petra: Kuh-Sein ist sicher auch nicht unkuhl, aber probiers doch mal mit der Hirterei, das kommt dem schon sehr nahe… :-)

Was mich angeht: Hab kürzlich die österreichische Buchpräsentation hinter mich gebracht (war eine supernette Veranstaltung im Skihütten-Teil einer Wiener Disco zu der fast die Hälfte der Gäste in Dirndl und Lederhose gekommen ist. Immerhin gabs ja auch neben einer Gailtalerkäse-Verkostung ein Wettmelken am Übungseuter. Ich geb’s zu, ich hab an diesem Kunstding kläglich versagt (naja, ich wurde 6.). Ist was völlig anderes als so eine echte, mampfende Muhkuh, die nur dann mitspielt, wenn Du nett zu ihr bist. Jetzt sind meine Freundin und ich in den letzten Zügen des Packstresses, und ich muss zugeben, dass ich schon zweimal selbst meine eigene Buchliste mit “was man alles mit auf die Alm nehmen sollte” aufgeschlagen habe, um ja nichts zu vergessen. Jedenfalls: Am Freitag geht’s auf nach Kärnten, und wie es aussieht, ist schon am Freitag abend Almauftrieb.

Rosa wird dabei sein…