Superschweine

Wenn ich richtig rechne ist jetzt schon ungefähr ein Drittel unserer heurigen Almzeit um. Endlich ist das Vieh in der Hochalm, was noch einmal einen letzten, vierstündigen Kraftakt bedeutet hat. Heuer haben wir sehr viele Jungtiere in der Herde, die noch nie hier oben waren und daher auch die Wege nicht kennen. Weil sie außerdem leider auch den Herdenzusammenhalt vermissen lassen, hatte das zur Folge, dass wir sie einzeln aus jeder Ritze des Waldes herausholen mussten nach dem letzten Gewitter. Und das ist nicht gerade leicht, weil viele von ihnen keine Glocken haben.

Sisi nach dem Befehl

Große Freude bereiten uns aber heuer unsere beiden Schweinchen Sisi und Franz. Sisi hat die Ferkel-Glocke von Maja (letztes Jahr) geerbt, und die beiden tollen bereits frech und fröhlich um die Hütte, nachdem sie sich einigermaßen (mit Hilfe von Sonnencreme) an die starke UV-Strahlung gewöhnt haben. Im Gegensatz zu den letzten Jahren vertragen sie sich ganz hervorragend mit unseren sechs ums Haus befindlichen Begleitkühen. Die Neugier ist zwar groß, aber der Respektabstand ist mittlerweile ausverhandelt und alle acht haben sich’s inzwischen gemütlich gemacht. Sisi hat binnen weniger Minuten ein kleines Kunststück gelernt. Sie reagiert – wie ein wohlerzogener Hund auf das Kommando „Sitz!“. Das sieht dann absolut zum Niederbrechen aus, weil sie natürlich weiß, dass sie dafür ein Stück Apfel bekommt. Manchmal bettelt sie schon vor dem Kommando, in dem sie sich in Sitzstellung begibt und auf dem Hintern hin- und her schaukelt. Franz ist dagegen das erste Schwein, das wir haben, das trotz des ungünstigen Schwerpunkts (wie bei einem Bassett) auf die Hinterbeine springen kann, während es auf der obersten Latte unseres Hüttenzauns die Vorderbeine stellt (natürlich um zu betteln).

Nächste Woche kommt meine Schwester mit meinen zwei Neffen aus Deutschland zu Besuch. Das wird hochinteressant, weil ich keine Ahnung habe, was für Erfahrungen die beiden Teenager mit Kühen und Schweinen haben. Kann gut sein, dass sie noch nie ein Schwein aus nächster Nähe gesehen haben…
So, jetzt müssen wir ab zum Vieh. Der Vorteil der Hochalm ist, dass die Kühe unglaublich entspannt sind. Der Nachteil ist, dass jeder Weg zum Vieh zumindest zwei Stunden dauert – zwei Stunden, wenn alles in Ordnung ist und keine von ihnen verschwunden, verletzt oder verstorben ist…

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